Auswertung der antifaschistischen Proteste gegen den „Gedenkmarsch“ am 18. Januar 2014 in Magdeburg

Der jährliche „Gedenkmarsch“ wurde durch die taktische und gewaltvolle Durchsetzung von 3300 Polizeikräften ermöglicht. Die Proteste, Blockaden und direkten Aktionen erreichten, dass der Aufmarsch mit drei Stunden Verspätung startete und etwa 150 Nazis den „Gedenkmarsch“ nicht erreichten. An den direkten  Gegenaktivitäten beteiligten sich zwischen 1500 und 2000 Antifaschist_innen.

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15. Februar 2014 // Antifaschistische Demonstration in Magdeburg

Die Kampag15.2ne Rassismus tötet organsisiert in Zusammenarbeit mit dem AK Antira Magdeburg eine Demonstration am 15.02.2014 . Der Anlass ist der Prozess gegen die Schönebecker Nazischläger, die im Sommer 2013 einen Imbissbesitzer in Bernburg zusammen geschlagen und lebensgefährlich verletzt haben.Wir unterstützen die Demo mit einer Infoveranstaltung und rufen zur Teilnahme am 15. Februar auf. Kein Freispruch für Nazis und Justiz! Rassismus und Faschismus bekämpfen – auf allen Ebenen, mit allen Mitteln! Aufruf zur Demo als PDF: aufruf_md Berichtigung zum Aufruf: der Prozess beginnt bereits am 18. Februar 2014 am Landgericht in Magdeburg.

Weitere inhaltliche Berichtigungen:

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Stellungnahme zum jährlichen Naziaufmarsch in Magdeburg und Einladung zur Beteiligung an den antifaschistischen Aktionen am 18. Januar 2014

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Der jährliche Großaufmarsch von durchschnittlich 1000 Nazis, anlässlich der Bombardierung der Stadt Magdeburg am 16.01.1945, ist ein etabliertes, neonazistisches Ritual. Seit 1998 marschieren sie mit den immergleichen Parolen, um ihrer kollektiven Trauer und dem Hass auf Bomber-Harris‘ Crew Ausdruck zu verleihen.

Da sich die antifaschistischen Proteste auf dieses Ritual beziehen, wirken auch sie an vielen Stellen repetitiv und inhaltsleer. Eine Herausforderung ergibt sich bei der Übermacht an Polizei und Nazis lediglich aufgrund strategischer Aspekte. Wie kann der Aufmarsch verhindert werden? An welcher Stelle sind Blockaden sinnvoll? Mit welchen bürgerlichen Kräften kann paktiert werden, mit welchen überhaupt nicht? Wie wird die Aktion als friedlich (=bürgernah) und militant (=erlebnisreich) zugleich verkauft? Mit welchen Mitteln lassen sich die meisten Menschen gewinnen? Auf Analyse und Kritik basierende, politische Inhalte wurden in den vergangenen Januar-Protesten vernachlässigt und stattdessen pragmatisch der Aktionsform „Massenblockade“ untergeordnet.

Den vorläufigen Höhepunkt erlebte der Protest im Januar 2013. Zwei bundesweite Mobilisierungen, von „Magdeburg Nazifrei“ und „365 Tage offensiv“, brachten über 2000 entschlossene Antifaschist_innen nach Magdeburg. Dennoch gelang es der Polizeiführung, den Aufmarsch ohne nennenswerte Störung stattfinden zu lassen.

Für die neonazistische Szene ist der „Trauermarsch“ ein fester Termin. Andy Knape hat Jahr für Jahr weniger Schwierigkeiten, den Aufmarsch zu organisieren. Mit ein wenig Facebook-Werbung und einer relativ professionell gestalteten Homepage hält sich der Aufwand für Knape in angenehmen Grenzen. Der gute Draht zur Polizeidirektion Nord, entstanden aus jahrelanger Versammlungstätigkeit, ermöglicht ihm stets aufs Neue einen erfolgreichen Ablauf.

Antifaschistische Prioritäten setzen

Aus der jahrelangen Erfahrung mit den Protesten gegen den „Trauermarsch“ haben wir uns bewusst für einen Prioritätenwechsel entschieden. Wir werden für den Januar 2014 erstmals keine eigene Kampagne gegen den Naziaufmarsch durchführen.

Die Verhältnisse in Sachsen-Anhalt erfordern 365 Tage im Jahr eine antifaschistische Praxis. Hausdurchsuchungen  bei Antifaschist_innen und radikalen Linken sind an der Tagesordnung.  Nazis prügeln Migrant_innen halb tot und die Taten werden als unpolitisch gewertet. Rassistische Übergriffe  sind Alltag. Ein neonazistischer Motorradclub schmückt sich ungeniert  mit dem SS-Totenkopf. Nazis verschleppen und misshandeln  Antifaschist_innen. An manchen Orten gehen Refugees für ihre Rechte auf  die Straße, während anderswo Brandanschläge auf geplante  Gemeinschaftsunterkünfte verübt werden.
Solange in Sachsen-Anhalt rassistische und faschistische Aktivitäten Alltag sind, solange werden wir unsere Priorität nicht auf diesen einen, symbolischen und ritualisierten Naziaufmarsch setzen.

Dennoch wollen und können wir den Aufmarsch nicht ignorieren. Trotz aller Ritualisierung hat der „Trauermarsch“ für die Naziszene in Sachsen-Anhalt eine wichtige Funktion: durch den unverhohlenen NS-Bezug und die konstant hohe Beteiligung stellt er für organisierte und unorganisierte Nazis einen wichtigen Bezugspunkt dar. Die gemeinschaftsbildende Wirkung für die rechte Szene, verbunden mit Gefühlen wie „Stärke“ und „Einheit“, ist für Sachsen-Anhalt einzigartig.

Aus diesen Gründen haben wir uns gegen eine eigene antifaschistische Kampagne und für die Unterstützung des Bündnisses „Magdeburg Nazifrei“ entschieden.

Protestdynamiken und Räume nutzen

Im kommenden Jahr wird sich, zusätzlich zu „Magdeburg Nazifrei“, auch das bürgerliche Blockadebündnis „Block MD“ an der Verhinderung des Aufmarsches versuchen. Desweiteren haben sich die Organisator_innen der „Meile der Demokratie“, einer stationären Protestmeile in der Innenstadt, erstmalig für ein (ansatzweise) dezentrales Konzept entschieden. Mit der Anmeldung von Kundgebungen an S-Bahnhöfen und anderen Orten – „Meilensteine“ – schaffen sie Anlaufpunkte für mögliche Blockaden.
Das Bündnis Magdeburg Nazifrei hat die stärkste Mobilisierungskraft und wird aus der veränderten Situation in der Stadt eigene Vorteile ziehen können.

Das allgemeine Wohlwollen gegenüber Blockaden wird auch Räume für unkontrollierbare Aktionen schaffen. Schon im Januar 2013 gab es neben den Blockadeversuchen auch Situationen, in denen sich eine eine radikale Kritik Ausdruck verschaffte. So wurden u.a. der Stand der Polizeigewerkschaft, die Agentur für Arbeit und das Landesamt für Verfassungsschutz Ziele linksradikaler Intervention.

Mit der neuen Offenheit einiger bürgerlicher Akteur_innen gegenüber Blockaden ergibt sich eine realistischere Chance, den Naziaufmarsch zu verhindern. Zusätzlich wird der Bewegungsspielraum für vielfältige Aktionsformen und Inhalte größer. Eine bundesweite Anreise autonomer, kommunistischer und antifaschistischer Gruppen begrüßen wir aus diesem Grund explizit. Für Infoveranstaltungen und direkten Kontakt stehen wir gern zur Verfügung.

Am 18. Januar 2014 – auf nach Magdeburg!

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18. Januar 2014 :: Naziaufmarsch in Magdeburg verhindern

Am 18. Januar 2014 werden vorraussichtlich erneut um die 1000 Neonazis durch Magdeburg marschieren. Im vergangenen Jahr initiierten wir unter dem Motto „365 Tage offensiv – gegen Nazis und Rassismus“ eine antifaschistische Demonstration.

Kommendes Jahr werden wir die Aktivitäten von Magdeburg Nazifrei unterstützen. Wenn ihr Informationen zum Januar braucht könnt ihr euch gerne an uns oder Magdeburg Nazifrei wenden.

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Neuer PGP Key

Unser alter Schlüssel ist abgelaufen, den neuen findet ihr unter Kontakt.

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Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch im Januar 2013

„365 Tage offensiv – Gegen Nazis und Rassismus!“

Mobiseite für die antifaschistische Demonstration am 12. / 19. Januar 2013:

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[20.11.] Infoveranstaltung – Im Gedenken an Silvio Meier

Am 22. November organisiert der Ak Antifa Magdeburg im Infoladen [Salbke] eine Infoveranstaltung mit Referent_innen der Antifaschistischen Linken Berlin [ALB]. In dem Vortrag wird es Informationen zu Silvio Meier geben sowie zu der bundesweiten Demonstration am 24.11. in Berlin.

Seit 20 Jahren kämpfen (autonome) Antifaschist_innen um die Erinnerung an Silvio Meier. Der Friedrichshainer Antifaschist und Hausbesetzer wurde am 21.11.1992 von einer Gruppe Neo-Nazis erstochen, nachdem er sie aufgefordert hatte, ihre aufgenähte faschistische Propaganda zu entfernen. Jährlich findet seither die Silvio-Meier-Demonstration und eine Gedenkmahnwache statt. In diesem Jahr wird – nun ganz offiziell – eine Straße nach Silvio-Meier benannt.
Zum 20-jährigen Gedenken an Silvio-Meier und zahlreiche weitere Opfer rechter Gewalt rufen antifaschistische Gruppen daher bundesweit auf, am 24.11.2012  in Berlin auf die Straße zu gehen.

Für antifaschistischen Selbstschutz!
Faschisten bekämpfen – Verfassungsschutz auflösen!

20. November – Infoveranstaltung (Magdeburg)

24. November – bundesweiten Demonstration (Berlin)

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Donnerstag, 18.10.12 Infoveranstaltung zur „Rassismus tötet!“ Demo in Leipzig

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Redebeitrag von der antirassistischen Demonstration am 22. September 2012

Zum 22.09.2012 mobilisierte die Initiative für die vergessenen Opfer rassistischer Gewalt zu einer Demonstration nach Magdeburg.  Der AK Antifa Magdeburg beteiligte sich an der Demonstration mit einem Redebeitrag, den wir an dieser Stelle veröffentlichen.

Redebeitrag zur antirassistischen Demonstration am 22. September 2012 in Magdeburg
Anmerkungen zur antifaschistischen Praxis

Für uns stellt die antifaschistische Demonstration heute einen guten Schritt hin zu einer kontinuierlichen Antifa-Arbeit  in  Magdeburg  dar.  Regelmäßige  Aktionen,  Kundgebungen,  Veranstaltungen  und Veröffentlichungen sind notwendig, um dem komplexen Problem von gesellschaftlichem Rassismus und organisierten Neonazis angemessen zu begegnen.

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21 Jahre danach: Hoyerswerda

Samstag, 22. September 2012: Eine Demonstration mit 500 Teilnehmern gedenkt in Hoyerswerda dem Pogrom von 1991 und fordert ein Denkmal an die rassistischen Pogrome und die Entschädigung der Betroffenen. Am Rande versuchten Neonazis wiederholt das Gedenken zu stören.

In diesem Viedeobeitrag berichten Antifaschist_Innen aus Hoyerswerda was vor 21 Jahren in der Stadt geschah und kritisieren die fehlende Aufarbeitung des Pogrom durch offiziellen Stellen oder die Einwohner.

 

Weiterführende Links:
http://de.indymedia.org/2012/09/335339.shtml
http://www.rassismus-toetet.de
http://pogrom91.tumblr.com

Quelle: leftvison

 

 

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